Menschliche Bedürfnisse: So ticken wir wirklich

2022-02-23T10:23:17+01:00Kategorien: Wissen2go|Tags: , , |

Die Bedürfnisse des Menschen sind naturgemäß vielfältig, denn nicht jeder tickt gleich. Einige Faktoren sorgen dafür, dass die einzelnen Stufen in der Bedürfnispyramide deshalb unterschiedlich stark ausgeprägt sind, doch die Basis ist in jedem von uns angelegt. Offene Bedürfnisse erzeugen dummerweise meist ein Mangelgefühl, das uns daran hindert, aus positiven Gedanken heraus zu handeln – und das ist die Erfolgsbremse Nummer eins. Die gute Nachricht ist: Sind wir uns dem Aufbau und Ablauf menschlicher Bedürfnisse bewusst, können wir gegensteuern und die Steine aus unserem Lebensweg räumen.

Welche Bedürfnisse haben wir Menschen und wie gehen wir damit um?

Alle Menschen haben Bedürfnisse, die je nach Lebensabschnitt und Ausgangssituation unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Foto: Klimkin / pixabay

Welche Bedürfnisse hat ein Mensch?

Die Liste menschlicher Bedürfnisse ist lang. In Form einer Pyramide sind die Bedürfnisse leicht erklärt: Sie zeigt uns vier Ebenen, die quasi aufeinander aufbauen und die wichtigsten Punkte in unserem Leben aus meiner Sicht gut zusammenfassen. Aber wie werden Bedürfnisse beeinflusst? In welchem Ausmaß wir persönlich unsere Bedürfnisse erfüllen müssen, um zufrieden und glücklich durch die Welt zu gehen, ist unter anderem abhängig von unserer Veranlagung, Sozialisierung und den gemachten Erfahrungen. Manche Leute haben den Drang, nah an die Hundertprozent heranzurücken, bevor sie sich für die nächste Stufe öffnen. Anderen reichen sechzig bis siebzig Prozent dagegen locker aus. Hier gibt es kein richtig oder falsch – das ist eine absolut individuelle Sache.

Die Bedürfnispyramide mit vier Ebenen zeigt uns, was wir brauchen

Die Bedürfnispyramide zeigt auf, was wir Menschen wirklich brauchen. Von der Grundversorgung bis zum Lebenssinn. Foto: Tara Riedman / Daniela Barreto / AdobeStock

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Die vier Ebenen der Bedürfnispyramide

Erste Stufe

Die unterste Stufe in der Bedürfnispyramide ist als Fundament bei allen gesetzt. Sie ist die Grundlage des Überlebens und beinhaltet notwendige Bedürfnisse wie Essen, Trinken und ein Dach über dem Kopf. Ohne das geht erst mal nicht viel.

Zweite Stufe

Danach folgt das Verlangen nach einem Mindestmaß an Sicherheit und Gesundheit. Dazu gehört der Schutz vor Gewalt sowie das körperliche und seelische Wohlbefinden. Die Ausprägungen auf dieser Stufe unterscheiden sich von Mensch zu Mensch jedoch stark. Das hängt hauptsächlich mit der Sozialisierung und  Erfahrungswerten zusammen, ist teilweise aber auch Veranlagung. Wer aus einem Kriegsgebiet kommt, hat ein anderes Sicherheitsbedürfnis als jemand, der wohlbehütet in einem friedlichen Dorf aufgewachsen ist. Für Letzteren ist das Bedürfnis nach Sicherheit einfach wesentlich weniger präsent. Und ruft der eine nach einem starken Staat mit einem Maximum an Sicherheit, die er für seinen Seelenfrieden braucht, ist für den anderen eine möglichst große Entscheidungsfreiheit und Selbstbestimmung für die seelische Gesundheit unerlässlich. Das ist eine sehr individuelle Sache – wer will beurteilen, was mehr oder weniger »wert« ist.

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Dritte Stufe

Sind wir bis dahin ausreichend gut aufgestellt, streben wir nach mehr. Wir möchten in der Partnerschaft, in Freundschaften und im Job Wertschätzung und Anerkennung erfahren, erfolgreich sein, Statussymbole unser Eigen nennen oder vielleicht sogar zu Macht gelangen.

Vierte Stufe

Nun wird es in meinen Augen besonders interessant. Denn der Einfluss auf all die bisherigen Ebenen kommt größtenteils von außen – das heißt, der Ursprung liegt entweder im Materiellen oder hat mit anderen Personen zu tun. Kaum etwas davon finden wir in uns selbst. Doch sind wir nicht diejenigen, um die es hier geht? Warum ist uns die Meinung, die andere von uns haben, wichtiger als das, was wir über uns denken? Und was denken wir überhaupt über uns? Wozu das alles eigentlich? Plötzlich beginnen wir, die Dinge infrage zu stellen: Wir gehen auf die Suche nach uns selbst und unserer Bestimmung in der Welt. An diesen Punkt kommen leider nicht alle Menschen. In Entwicklungsländern gelangen viele aufgrund der Rahmenbedingungen nicht über die zweite Ebene hinaus und in westlichen Staaten ist häufig beim dritten Level Schluss.

Die originale Pyramide für Bedürfnisse nach Maslow entstand 1943 und wurde von dem amerikanischen Psychologen Abraham Maslow in den darauffolgenden Jahren weiterentwickelt. Sie beinhaltet fünf statt vier Ebenen. Er nannte sie: physiologische Bedürfnisse, Sicherheitsbedürfnisse, soziale Bedürfnisse, Individualbedürfnisse und Selbstverwirklichung.

Wünsche und Bedürfnisse unterscheiden

Bedürfnisse unterscheiden sich von Wünschen. Das ist für uns persönlich, aber beispielsweise auch für die Kindererziehung interessant. Denn oft haben wir Wünsche, hinter denen sich ein Bedürfnis versteckt, das wir damit gar nicht in Zusammenhang bringen. Ist das der Fall, macht uns die Erfüllung des Wunsches nur kurzfristig glücklich. Es folgt sehr schnell der nächste Wunsch, da der vergangene offensichtlich nicht dazu geeignet war, unser wahres Bedürfnis dahinter zu decken. Du willst das neueste iPhone, kannst es dir aber nicht leisten? Frage dich, warum du es möchtest: Weil du es so toll findest (aus welchen Gründen?) oder weil du ein offenes Bedürfnis nach einem Statussymbol und Anerkennung mit dir herumträgst? Um ständig neu aufpoppende Wünsche unter Kontrolle zu bekommen, lohnt es sich, einen Blick »hinter die Kulissen« unserer Wünsche zu werfen. Denn häufig gibt es andere Wege, die das dahintersteckende Bedürfnis nachhaltiger erfüllen.

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Eine junge Frau steht auf dem Balkon und begrüßt mit weit ausgebreiteten Armen den Sonnenaufgang

Bedürfnis nach Selbstverwirklichung: An jedem neuen Tag geht die Sonne für uns auf. Foto: Pexels / pixabay

Bedürfnis nach Selbstverwirklichung

Wir sind erst in der Lage, uns mit der Spitze der Bedürfnispyramide zu beschäftigen, wenn wir auf den darunterliegenden keine nennenswerten »Baustellen« haben – sie vereinnahmen ansonsten unsere Aufmerksamkeit. Kurz gesagt: Stehen wir an dieser Stelle, sind wir in einer privilegierteren Position als ein Großteil der Menschheit. Machen wir uns das bewusst und öffnen uns für diesen Gedanken, stellt sich bald ein Gefühl von Dankbarkeit ein. So gehen wir mit positiver Ausrichtung und dem Fokus auf das Gute durchs Leben, was uns auf Kurs hält. Solange wir dagegen aus negativen Gefühlen heraus handeln wie etwa aus Neid, Wut, Ärger, Missgunst oder Eifersucht, bremsen wir uns selbst aus. Ich persönlich bin inzwischen sehr dankbar – für jeden neuen Tag.

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