Schließen Freiheit und Sicherheit einander aus?

2022-02-17T18:25:50+01:00Kategorien: Wissen2go|Tags: , , |

Was bedeuten Freiheit und Sicherheit eigentlich für uns Menschen? Haben wir die Wahl, möchten die meisten von uns wohl ohne Zwang in absoluter Freiheit leben. Doch wie lässt sich das mit unserem Sicherheitsbedürfnis vereinbaren?

Schließen Freiheit und Sicherheit einander aus oder können wir beides haben?

Wie viel Freiheit kostet dich dein Sicherheitsbedürfnis? Und bist du bereit, diesen Preis zu zahlen? Foto: svklimkin / pixabay

Welche Arten von Freiheit gibt es?

In meinen Augen gibt es zwei Wege, frei zu sein: die innere Freiheit (mental & geistig) und die äußere Freiheit (physisch). Die innere Freiheit ist eine Frage unseres Denkens und Fühlens. Der Schwerpunkt liegt auf unseren Ängsten, Überzeugungen, Abhängigkeiten und Verhaltensmustern. Die äußere Freiheit betrifft unseren physischen Körper und steht immer in Verbindung mit anderen Personen oder Gegenständen. Ist unser persönliches Freiheitsbedürfnis nicht erfüllt, werden wir unglücklich. Schon Moshe Dayan, ehemaliger Verteidigungsminister von Israel, bemerkte sehr treffend: »Freiheit ist der Sauerstoff der Seele!«

Eine Frage der Abwägung: Freiheit genießen – mit Absicherung

Welches Maß an Sicherheit du persönlich brauchst, um dich wohlzufühlen, hängt von deiner angeborenen Risikoneigung, deiner Sozialisierung, deinen bisher gemachten Erfahrungen und deinen Zielen ab. Foto: Taylor Burnett / pixabay

Wie hängen Freiheit und Sicherheit zusammen?

Hierzu habe ich schon viele spannende Diskussionen geführt. Aus meiner Sicht gibt es das eine nicht ohne das andere – auf der individuellen Ebene genauso wenig wie auf der gemeinschaftlichen. Doch hier soll es nun erst einmal um die persönliche Einzelentscheidung gehen, denn die haben wir meist selbst in der Hand, können also direkt etwas bewirken – wenn wir denn wollen. Bei Fragen der Gemeinschaft dagegen bestimmt eine übergeordnete Instanz wie etwa der Staat.

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Welche Auswirkung hat ein hohes Bedürfnis nach Sicherheit auf unsere Freiheit?

Möchten wir ein erhöhtes Sicherheitslevel in unserem Leben, schränkt das unsere individuelle Freiheit im Gegenzug fast immer ein – und umgekehrt. Wer aus Sicherheitsgründen nicht im Dunklen draußen joggen möchte, hat es im Winter schwer, wenn er erst um 18 Uhr von der Arbeit nach Hause kommt. Die freie Wahl ist futsch. Also müssen wir uns entscheiden: Geht für uns die Sicherheit vor, können wir das Laufen an dem Tag wahrscheinlich knicken – es sei denn, wir haben ein Fitnessstudio in der Nähe oder ein Laufband im Keller. Oder geben wir der Freiheit den Vorzug und joggen trotzdem durch die Dunkelheit? Anderer Fall: Dein Chef verlangt etwas von dir, das du nicht machen willst. Nimmst du dir die Freiheit, Nein zu sagen, und trägst die Konsequenzen, die daraus vielleicht entstehen? Oder setzt du auf die Sicherheitskarte und tust zähneknirschend, was dir gesagt wurde?

Deine Lebenswaage von Freiheit und Sicherheit: ungleichmäßig beladen und trotzdem im Gleichgewicht

Eine Frage des persönlichen Empfindens: Trotz ungleicher Belastung kann deine individuelle Lebenswaage für dich trotzdem im Gleichgewicht stehen. Foto: Mediamodifier / pixabay

Freiheit und Sicherheit in der Partnerschaft

Noch ein letztes Beispiel, das vielen bekannt vorkommen dürfte: Du bist in einer neuen Partnerschaft und möchtest deinem Hobby, mit dem dein Partner wenig anfangen kann, trotzdem weiter nachgehen. Dein Partner legt allerdings mehr Wert darauf, die Freizeit gemeinsam mit dir zu verbringen. Welchen Preis bist du bereit, für die Harmonie und »Sicherheit« der Partnerschaft zu zahlen? Gehst du auf den Wunsch ein, wird deine persönliche Entscheidungsfreiheit zur Fortführung deines Hobbys eingeschränkt. Stemmst du dich komplett dagegen, kann es zu ordentlichen Verstimmungen kommen.

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Du siehst: Das Zusammenspiel von Freiheit und Sicherheit findet sich in allen Lebenssituationen wieder. Ziehen wir das eine Ende länger, wird das andere automatisch kürzer. Bei diesen Entscheidungen gibt es jedoch kein richtig oder falsch und ebenso wenig ein schwarz oder weiß, sondern nur ein (für dich) passend oder (für dich) unpassend. Du musst festlegen, welche Gewichtung von Freiheit und Sicherheit für dich noch funktioniert – und an welchem Punkt deine Lebenswaage aus dem Gleichgewicht gerät.

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Lebenswaage im Gleichgewicht: Freiheit und Sicherheit richtig einteilen

Ist unsere Lebenswaage aus dem Gleichgewicht geraten und wir ändern nichts daran, ist meist ein dumpfes Gefühl der Unzufriedenheit das Ergebnis. Nur wenn wir sie neu austarieren, werden wir diesen ungeliebten Begleiter wieder los. Wie viel Last die jeweilige Seite, also die der Sicherheit auf der einen und die der Freiheit auf der anderen, tragen kann, hängt von uns ab. Befinden wir uns in Schräglage, wird es höchste Zeit für Veränderung. Und Veränderung gelingt nur, wenn wir klar sehen und wissen, was wir überhaupt wollen und brauchen.

Magst du Fabeln, die nachdenklich machen? Dann schau doch mal bei der Häsin Hannah in meiner Fabel vom Hasenzaun vorbei. Auch hier geht es um das richtige Verhältnis zwischen Freiheit und Sicherheit.

Hohes Sicherheitsbedürfnis: Häsin Hannah hat Angst vorm Fuchs

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