Die K.o.-Tropfen-Falle: Feiern ohne Reue – 3 Tipps damit es nach der Party kein böses Erwachen gibt

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Die K.o.-Tropfen-Falle: Feiern ohne Reue

Damit es nach der Party kein böses Erwachen gibt

Ob Karneval in der Kneipe, am Wochenende in der Discothek, beim Public Viewing oder beim gemütlichen WM-Grillabend: Wir alle möchten in unserer knappen Freizeit ein paar schöne Stunden verbringen. Kommen allerdings K.o.-Tropfen ins Spiel, können sie uns dieses Vorhaben ordentlich verhageln.

Jede Frau muss selbst wissen, wie tief sie auf einer Party ins Glas schaut. Und auch was sie zu sich nimmt, ist allein ihre Entscheidung – zumindest sollte es so sein. Doch leider gibt es nicht nur nette Menschen, sondern auch diejenigen, die auf Opfersuche sind. Die Tatsache, dass bei Google monatlich über 6.000 Mal nach den Themen K.o-Tropfen kaufen und K.o.-Tropfen bestellen gesucht wird, zeigt, dass wir nicht nur über eine Handvoll potentieller Täter sprechen. Vielleicht sind manche einfach nur neugierig oder möchten sich mit der Substanz selbst berauschen. Aber der andere Teil derjenigen, die sich über den Bezug dieser Droge ernsthaft informieren, möchten damit wohl kaum ihrem Wellensittich zur wohlverdienten Nachtruhe verhelfen.

Trip ins Ungewisse

Grundsätzlich gilt: Je freizügiger das Party-Treiben um einen herum ist, desto geringer ist die Hemmschwelle der Täter, feststehende Grenzen zu überschreiten. Doch auch zu gediegeneren Anlässen, wie beim Grillen mit Freunden oder auf Klassentreffen, kann es zu Übergriffen kommen.

Ich kenne Frauen, die solch einen Trip gegen ihren Willen ertragen mussten. Und bei einer Sache sind sie sich einig: Die Ungewissheit darüber, was in der Blackoutzeit wirklich mit ihnen geschehen ist, und wer sich wie über sie hergemacht hat, kann schlimmer sein, als manche Klarheit. In jedem grinsenden Mann auf der Straße sehen sie den möglichen Täter – nirgends und mit niemandem fühlen sie sich mehr sicher. Das Leben, so wie sie es bis dahin kannten, ist auf unbestimmte Zeit vorbei.

K.o.-Tropfen und ihre Wirkung

Knockout-Tropfen sind verbreiteter als man denkt und die Tatsache, dass man sie in vielen Zusammensetzungen weder sehen noch riechen oder schmecken kann, machen sie besonders gefährlich. Wie schnell und in welcher Ausprägung sie wirken, hängt unter anderem von den körperlichen Voraussetzungen des Opfers ab. Wann hat es das letzte Mal etwas gegessen, hat es Alkohol getrunken und wie wurde die Droge dosiert? Je nach verabreichter Menge geht die Reaktion von sexueller Enthemmung bis hin zu tiefer Bewusstlosigkeit, die lebensbedrohlich sein kann.

Direkt nach der Einnahme wird dem Großteil der Frauen übel und schwindelig. Doch gerade wenn zusätzlich Alkohol im Spiel ist, schieben es viele erst einmal darauf. Und auch für Außenstehende ist anfangs nicht zwingend ersichtlich, was wirklich geschehen ist. Vielleicht halten sie die Betroffene lediglich für etwas beschwipst.

Bevor die Tropfen nach circa 10 – 30 Minuten ihre Wirkung entfalten, versuchen die Täter fast immer, ihre Opfer an einen anderen Ort zu bringen – weg von möglichen Zeugen, dorthin, wo sie ihnen ausgeliefert sind. Da die Frauen durch die Droge willenlos und höchst manipulierbar gemacht wurden, gehen sie meist problemlos mit. An diesen Zeitraum, in dem sie noch voll ansprechbar waren, erinnern sich viele hinterher schon nicht mehr. Ebenso wenig an das, was später folgt. Totaler Filmriss, absoluter Blackout. Möglich ist jedoch auch, dass sie das Geschehen bewusst mitbekommen, sich allerdings nicht mehr bewegen oder wehren können. Lähmungserscheinungen – gefangen im eigenen Körper.

Aus dem Schlaf oder der Bewusstlosigkeit erwachen die Betäubten teils erst Stunden später – sie fühlen sich völlig zerschlagen und verkatert. Auch haben sie keine Ahnung, was passiert ist, und vielleicht nicht einmal, wo sie sich befinden und wie sie dorthin gekommen sind.

K.o-Tropfen: Inhaltsstoffe

K.o.-Tropfen können aus unterschiedlichen Substanzen zusammengesetzt sein, die in der Medizin häufig als Narkosemittel oder zur Beruhigung eingesetzt werden. Viele diese Stoffe existieren in flüssiger Form, aber auch als Pulver oder Tabletten. Man kann zwar nicht in den Supermarkt gehen und „einfach so“ K.o.-Tropfen kaufen, aber mit etwas chemischem Hintergrundwissen ist die Herstellung für viele Leute (leider) kein Problem – denn die Vorstufen zum Anmischen kann man recht problemlos erwerben.

Besonders beliebt sind Beruhigungsmittel und Psychopharmaka aus der Gruppe der Benzodiazepine, die es auf Rezept in der Apotheke gibt. Alle darunter fallenden Substanzen sorgen in hoher Dosierung für vorübergehende Bewegungseinschränkungen und Handlungsunfähigkeit. In Kombination mit Alkohol führen sie außerdem zu starken Gedächtnislücken.

Auch Liquid Ecstasy (GBH – Gamma-Hydroxybuttersäure) steht bei Tätern hoch im Kurs. Insbesondere, da es ein körperverwandter Stoff ist, der schnell abgebaut wird und damit bereits wenige Stunden nach der Einnahme nicht mehr nachgewiesen werden kann. GBH selbst fällt unter das Betäubungsmittelgesetz und wird an Privatpersonen nicht abgegeben, sondern nur als Narkotikum in Krankenhäusern verwendet. Die chemische Vorstufe von GBH ist GBL (Gamma-Butyrolacton), das im Körper zu GBH verwandelt wird. GBL fällt nicht unter das Betäubungsmittelgesetz (da es unter anderem in der Industrie als Lösungs- und Reinigungsmittel genutzt wird) und kann von jeder Privatperson erworben werden. GBL wird dementsprechend häufig als Ersatzmittel von GBH eingesetzt, hat allerdings einen penetranteren Eigengeschmack, den es zu übertünchen gilt.

3 Tipps für eure Sicherheit

Was können wir vorbeugend tun, damit uns so etwas nicht passiert, und wir am nächsten Tag mit schönen Erinnerungen an den Abend die Augen aufschlagen? Sich der potentiellen Gefahr bewusst zu werden und sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, ist der erste wichtige Schritt. In akuten Situationen können uns folgende drei Verhaltensregeln vor Missbrauch bewahren:

1) Lasst eure Getränke und euer Essen nie unbeobachtet stehen
2) Nehmt keine geöffneten Getränke oder Speisen von Unbekannten an, auch auf die Gefahr hin, dass ihr paranoid wirkt
3) Seid ihr mit Freundinnen unterwegs, dann achtet aufeinander. Verhält sich eine Freundin anders als sonst, insbesondere ungewöhnlich freizügig oder anhänglich, beobachtet sie und lasst sie auf keinen Fall mit unbekannten Leuten weggehen.

Gewissheit verschaffen

Mittlerweile gibt es auch Schnelltests, mit denen wir unser Getränk vor Ort auf Sicherheit prüfen können: Teststreifen von Faleem e.K.*. Ich persönlich nutze sie nicht. Denn ganz ehrlich: Bevor ich beginne, mein Getränk zu checken, lasse ich im Zweifel lieber die Finger davon und bestelle mir ein neues.

Darüberhinaus gibt es auch Drogentests für zu Hause, die allerdings kein GHB (Liquid Ecstasy) beinhalten: Multi-Drogentest von Drug-Detect*. Mit dem Drogen-Substanztest von Solid-Test* dagegen kann auch auf GHB untersucht werden – allerdings nur die Flüssigkeiten selbst. Er taugt nicht als Nachweis, wenn wir die Tropfen erst einmal intus haben.

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Was tun, wenn’s doch passiert?

 1) Geht es euch körperlich sehr schlecht, ruft den Rettungsdienst unter der 112 oder den Notruf unter der 110 an. Keine falsche Scheu, auch dafür ist er da! 2) Ruft eine Vertrauensperson an, auch wenn es mitten in der Nacht ist. Egal, ob ihr den Vorfall zur Anzeige bringen wollt oder nicht: Ihr solltet jetzt nicht allein sein. 3) Geht nicht duschen und wascht euch nicht, wenn ihr Gewissheit wollt, was mit euch passiert ist. Lasst euch zur Untersuchung in ein Krankenhaus bringen. Am besten in eins, das für die anonyme Spurensicherung (ASS) ausgerüstet ist. 4) K.o.-Tropfen sind nur innerhalb der ersten 10 – 12 Stunden im Blut und im Urin nachweisbar, danach nur noch über aufwendige Haaranalysen. Wollt ihr also sicher sein, ob ihr Opfer dieser Droge geworden seid, müsst ihr trotz aller Umstände zügig handeln.

Anzeige erstatten … oder lieber nicht?

Es braucht Mut, solche Vorfälle zur Anzeige zu bringen – keine Frage. Die größte Problematik liegt meist nicht einmal im körperlichen, sondern im seelischen Bereich. Viele Frauen stecken in einem Zwiespalt: Einerseits möchten sie den Täter zur Rechenschaft ziehen und Klarheit, andererseits das Erlebte so schnell wie möglich vergessen und abschließen. Beides zusammen geht leider nicht.

Entscheiden wir uns zur Anzeige, haben wir die Chance, dass der Täter geschnappt und bestraft wird – was bei der Verarbeitung der Tat helfen kann. Außerdem bewahren wir damit vielleicht weitere Frauen davor, das nächste Opfer dieses Mannes zu werden. Allerdings muss auch klar gesagt werden, dass wir mit dem Entschluss zur Anzeige eine Maschinerie in Gang setzen, die viel Durchhaltevermögen und auch Leidensfähigkeit einfordert. Denn bis zum Ziel, der Gerechtigkeit, ist es ein sehr langer Weg.

Da die Drogen nur einige Stunden lang nachweisbar sind, ist bei der Entscheidungsfindung zu allem Überfluss auch noch Eile geboten – etwas, das unter den Umständen kaum möglich erscheint. Natürlich muss jede Betroffene selbst entscheiden, welchen Weg sie gehen möchte. Ich persönlich halte folgendes Vorgehen für die gangbarste Lösung: Es gibt Krankenhäuser in allen größeren Städten, die auf die anonyme Spurensicherung (ASS) ausgelegt sind. Da können wir direkt hingehen und uns anonym untersuchen lassen. Vorher bitte nicht waschen oder umziehen und am besten Ersatzsachen mitnehmen. Der Untersuchungsbericht sowie die Kleidung verbleiben dort unter einer Chiffrenummer. Die Daten werden zwei Jahre gespeichert, die Frist kann bei Bedarf jedoch verlängert werden kann. Krankenhäuser, die diese anonyme Spurensicherung durchführen, findet ihr für eure Stadt im Internet. Leider gibt es keine bundesweite Liste.

Durch die anonyme Untersuchung verschaffen wir uns Zeit darüber nachzudenken, wie es weitergehen soll. Hilfreich ist auf jeden Fall der Kontakt mit einer auf solche Fälle spezialisierten Beratungsstelle. Zum Beispiel dem Weißen Ring e. V., der seit 1976 besteht und mit rund 50.000 Mitgliedern Opfer von Straftaten berät und unterstützt. Unter der Hotline 116 006 sind die Mitarbeiter bundesweit, kostenfrei und anonym erreichbar.

#K.o.-Tropfen #Knockout #Vergewaltigungsdroge

Disclaimer

Ich erstelle die Inhalte meiner Beiträge sorgfältig und nach bestem Wissen und Gewissen. Sie sollen dir Hinweise und Denkanstöße für deinen Schutz und deine Sicherheit bieten. Rechtliche Normen können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern und einige Dinge sind auch Auslegungs- und Ansichtssache. Ich kann für die Funktionsweise und Wirkung der vorgestellten Hilfsmittel, Techniken und Tipps keine Gewähr übernehmen und keine rechtssichere Beratung leisten.

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2018-07-27T12:43:53+00:00Mai 20th, 2018|Selbstschutz durch Prävention|0 Comments

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