In Gefahrensituationen richtig reagieren – was wir tun können, um das zu erreichen

Das Video wird nach deinem Klick von YouTube geladen und abgespielt. Dazu baut dein Browser eine Verbindung zu den YouTube-Servern auf. Ab diesem Zeitpunkt gilt die Datenschutzerklärung von Google. Hier findest du die Datenschutzerklärung meiner Website.

Im Notfall richtig reagieren – Teil 1

Konsequentes Verhalten

Was können wir im Vorfeld tun, um im Notfall ebenso wie in unschönen Alltagssituationen richtig und vor allem konsequent zu reagieren? Die Antwort darauf ist relativ simpel und lässt uns unangenehmen Situationen außerdem entspannter entgegensehen.

Müssen wir in Sekundenschnelle und unter Stress eine Entscheidung treffen, können wir das nur mit Hilfe der menschlichen Ur-Instinkte und unserer Erfahrungswerte. Schauen wir uns diese beiden Dinge einmal an. Unsere Urinstinkte geben uns aus Zeiten der Säbelzahntiger bei Gefahr genau drei Möglichkeiten: Flucht, Kampf oder Schockstarre. Je nach Lage haben alle drei ihre Daseinsberechtigung.

Flucht ist immer die erste Wahl, wenn es brenzlig wird. Für den Kampf entscheiden wir uns instinktiv, wenn Flucht nicht mehr möglich ist und wir ansonsten um unser Leben fürchten müssen. Stehen wir allerdings plötzlich einem Löwen Auge in Auge gegenüber, ist wohl keine der beiden Varianten ratsam – weder Flucht noch Kampf klingen in diesem Fall sonderlich erfolgsversprechend. Bleibt als letzte Hoffnung also nur der Versuch, sich tot zu stellen und in Schockstarre zu verfallen.

Ur-Instinkte im 21. Jahrhundert

Durch die Flut an Informationen und Möglichkeiten heutzutage, durch das veränderte Umfeld und die gestiegenen Anforderungen, stößt unser Unterbewusstsein beim verlässlichen Abruf der Ur-Instinkte zunehmend an seine Grenzen. Das kann sich dadurch äußern, dass es uns in Panik- oder Überforderungssituationen eben in diese Schockstarre verfallen lässt – ob sie nun gerade angebracht ist oder nicht.

Neben den Ur-Instinkten haben wir noch unsere Erfahrungswerte, die uns helfen können. Aber was, wenn wir noch nicht in solch einer Lage waren und uns auch nie damit auseinandergesetzt haben? Dann gibt es keine Erfahrungswerte auf die wir zurückgreifen können. Wie bleiben wir in Notfällen also handlungsfähig?

Grundsatzentscheidungen im Vorfeld treffen

Es gibt unterschiedliche Verhaltensempfehlungen für Notfallsituationen wie zum Beispiel bei Raubüberfällen, versuchten Vergewaltigungen in freier Wildbahn oder im engen Umfeld, was jeweils differenziert zu betrachten ist und worauf ich in meinen weiteren Blog-Beiträgen noch eingehen werde. Doch nun geht es erst einmal um das Fundament. Und hier gilt: Je unvorbereiteter wir in eine für uns bis dahin unbekannte Lage geraten, desto höher ist das Risiko, dass wir unangemessen oder gar nicht reagieren. Natürlich können wir keinen genauen Ablauf vorhersagen und unser Verhalten exakt planen – aber wir können im Vorfeld Grundsatzentscheidungen treffen. Dann sind wir noch fähig, Möglichkeiten abzuwägen und festzulegen. Ist der Ernstfall erst einmal da, ist es dafür zu spät.

Gut vorbereitet ins Rennen gehen

Das gilt übrigens nicht nur für Gewalttaten, sondern auch in Alltagssituationen. Wer kennt das nicht? Man sitzt im Seminar, im Workshop oder in der Schule und plötzlich kommt die Ankündigung, dass jeder etwas vormachen oder erzählen soll. Wer fängt an? Die Anspannung im Raum ist meist deutlich spürbar und einige dürften nur mit Mühe ihren Fluchtreflex unterdrücken können – wie gesagt einer unserer Urinstinkte bei vermeintlicher „Gefahr“. Nur in diesem Fall kommt er nicht in Form von Angst vor körperlichen oder seelischen Verletzungen um die Ecke, sondern als Sorge davor, sich zu blamieren.

Habe ich in dieser Lage keine Strategie – und bin nicht gerade eine Rampensau, die gerne im Mittelpunkt steht – dann fühle ich mich ziemlich mies. Vielleicht habe ich sogar weit vor dem Seminar schon Bauchschmerzen gehabt, weil solch eine unangenehme Sache auf mich zukommen könnte und ich nicht weiß, wie ich reagieren soll. Das ist nur ein Beispiel von vielen, welches natürlich nicht auf alle zutrifft. Aber sicher hat jede von uns irgendetwas, das dafür sorgt, dass ihr der kalte Schweiß ausbricht. Schauen wir uns diese Situationen vorab an und entscheiden, wie wir damit im Ernstfall umgehen, hilft das ungemein. Es verschafft Sicherheit und reduziert Ängste. Denn bekannte Gespenster verlieren meist auch einen Teil ihres Schreckens, wenn man sie ins Licht zerrt.

Indiviuelles Konzept für konsequentes Handeln

Natürlich ist die Art, mit etwas umzugehen, sehr individuell und muss auf die jeweilige Person abgestimmt sein. Bleiben wir bei dem Seminarbeispiel, das für mich eine Zeitlang sehr belastend war. Ich habe nun mit mir selbst vereinbart, dass ich mich immer (ohne groß nachzudenken) als Erste melde. Ich bringe lästige Sachen gerne hinter mich, und schaue mir die anderen Auftritte danach ganz entspannt an. Je länger ich warte und je mehr ich vergleiche, desto nervöser werde ich. Bist du vom Typ her jedoch so gestrickt, dass du lieber erst ein paar Beispiel ansehen möchtest, bevor du selbst dran bist, dann legst du DAS für dich fest – und handelst beim eintretenden Fall konsequent danach.

Warum macht ein Großteil der Menschen das nicht, obwohl die Vorteile auf der Hand liegen? Die Antwort ist vermutlich: Stress, wenig Zeit und keine Lust auf Themen, die ihnen unangenehm sind. Sie beschäftigen sich in ihrer Freizeit lieber mit positiven Dingen wie Hobbys und Lifestyle – woran absolut nichts auszusetzen ist. Aber ausklammern sollte man die andere Seite trotzdem nicht komplett.

Raus aus der Opferrolle

Natürlich gibt es keine hunderprozentige Sicherheit – für niemanden. Dennoch kann das Wissen, dass wir unser grundsätzliches Verhalten in bestimmten Situationen festgelegt haben, sehr dazu beitragen, dass wir selbstsicherer werden. Je mehr Baustellen es um uns herum gibt, mit denen wir uns nicht auseinandersetzen, desto höher ist die Unsicherheit und Hilflosigkeit in dem Moment, in dem wir doch in eine entsprechende Lage geraten.

Haben wir uns eine innerliche Roadmap geschaffen, signalisiert das unserem Unterbewusstsein, dass wir das Risiko eines völligen Kontrollverlustes reduziert haben. Eine Tatsache, die uns NICHT in falsche Sicherheit wiegt, sondern die uns von innen heraus selbstbewusster macht. Und Selbstbewusstsein ist die Grundvoraussetzung, um sich anderen gegenüber zu behaupten. Frauen, die das haben, wirken stark und oft auch attraktiver – trotzdem passen sie nicht ins Beuteschema der meisten Täter. Denn Täter suchen Opfer, die sich möglichst viel gefallen lassen und von denen so wenig Gegenwehr wie möglich zu erwarten ist. Sie suchen sich in der Regel nicht die Schönste von allen heraus, sondern die vermeintlich Schwächste. Erwischt eine Situation uns auf dem völlig falschen Fuß, weil wir uns nie damit beschäftigt haben, strahlen wir genau DAS aus, was ein Opfer eben zum Opfer macht.

Dein Leben, deine Entscheidung

Natürlich bleibt es jedem von uns selbst überlassen, inwiefern wir uns damit befassen möchten. Es ist dein Leben und es sind deine Entscheidungen – niemand hat das Recht, dir etwas einzureden, was du nicht willst. Wenn du es jedoch versuchen möchtest, dann schnapp dir ein Blatt und einen Stift und schreibe dir die Situationen auf, die du für dich kalkulierbarer machen möchtest. Mit welchen Hilfsmitteln du dann deine Grundsatzentscheidungen treffen kannst, das besprechen wir in Kürze hier auf meinem Blog. Sobald die Artikel verfügbar sind, werde ich sie dir an dieser Stelle verlinken.

#angstbesiegen #starkwerden #selbstbewusstsein #selbstwertgefühl #selbstvertrauen

Disclaimer

Ich erstelle die Inhalte meiner Beiträge sorgfältig und nach bestem Wissen und Gewissen. Sie sollen dir Hinweise und Denkanstöße für deinen Schutz und deine Sicherheit bieten. Rechtliche Normen können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern und einige Dinge sind auch Auslegungs- und Ansichtssache. Ich kann für die Funktionsweise und Wirkung der vorgestellten Hilfsmittel, Techniken und Tipps keine Gewähr übernehmen und keine rechtssichere Beratung leisten.

Wenn du mich und meine Arbeit unterstützen möchtest, freue ich mich sehr über eine Kaffee-Spende ❤☕

[newsletter2go]
2018-07-27T16:47:04+00:00Februar 25th, 2018|Der Notfall ist da – was nun?|0 Comments

.Dein Kommentar